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Über die Einlagerung von Herrlichkeit und Ehre der Nationen

Dem modernen Leser mag es seltsam erscheinen, dass man die Herrlichkeit und die Ehre der Nationen in das Neue Jerusalem bringt, obwohl es ja zu dieser Zeit überhaupt keine Nationen mehr gibt. Zwar wird die Zerstörung des Universums in der Offenbarung nicht ausdrücklich beschrieben, in 20:11 heißt es nur, dass Himmel und Erde vor Gott flohen und es keinen Platz mehr für sie gab. Aber aus den ganzen Zusammenhängen kann man davon ausgehen, dass die Schöpfung ausgedient hat, wenn die neue Erde erscheint.

Wenn es also keine Nationen mehr gibt, warum wird dann die Ehre und die Herrlichkeit der Nationen ins Neue Jerusalem gebracht?

Erstmal muss man beachten, dass in Vers 26 nicht steht, wer diese Dinge zur Einlagerung bringt. Während in Vers 24 der Lieferant benannt wird und wir darum eine andere Situation haben.

Um Vers 26 zu verstehen, muss man mal fragen, was es denn im Alten Testament bedeutet hätte, wenn man "die Herrlichkeit der Nationen" nach Jerusalem (und zum Tempel) gebracht hätte. Was wäre mit den Moabitern geschehen gewesen, wenn man die Herrlichkeit der Moabiter nach Jerusalem getragen hätte?

Nun, offenbar wären die Moabiter besiegt gewesen. Und zwar von Gottes Volk.

Und von der Beute, die in dem dazu gehörenden Krieg gemacht wurde, stand eine gewisse Menge Gott zu, und die brachte man in Gottes Tempel.

Offenbarung 21,26 geht jetzt davon aus, dass alle Nationen entweder vom Auferstanden besiegt sind, oder sich freiwillig ihm ergeben haben. Und was von den Besiegten übrig bleibt, ist die Beute. In diesem Fall das Wichtigste, was Menschen oder Nationen haben: ihre Ehre und ihre Herrlichkeit, letzteres die Summe aller großartigen Dinge einer Nation.

Und hier wird außerdem davon ausgegangen, dass es niemand anderen als Gott gibt, dem diese Dinge zustehen. Das Böse ist durch Jesus besiegt, also steht auch ihm die gesamte Beute zu.

Wenn man jetzt - und das ist der Sinn der Beschreibung der vollendeten Gemeinde - auf die unvollendete Gemeinde runterrechnet, dann würde das heißen, dass all das, was ich in meinem Leben habe, weil ich es aufgrund von Gottes Handeln erhalten konnte, dann auch Gott zusteht.

Mein neues Leben gehört damit nicht mehr mir, sondern ich wurde dem Teufel entrissen, und damit gehöre ich Gott. Und die Freiheit, die ich durch Gott gewonnen habe, hat nun auch Gott zu dienen und nicht mehr mir.




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