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Das Besondere am neuen Bund

Um den Unterschied zwischen Altem und Neuem Bund zu verstehen, muss man wissen, warum Gott den alten überhaupt durch einen neuen ersetzen wollte.

Der alte Bund bestand eigentlich nur aus der Tatsache, dass Israel das Volk Gottes war, also ein Eigentum, und dass Gott der Gott Israels war. Alle einzelnen gesetzlichen Bestimmungen waren letztlich nur Forderungen, die sich aus diesem Verhältnis ergaben, genauso wie alle Verheißungen auch nur Garantien waren, die sich aus der Eigentümerschaft Gottes ergaben.

Das Problem, das Gott - meistens durch die Propheten - beklagt, ist, dass die Israeliten diesen alten Bund ständig brachen. Und dass dieser Bund damit im Grunde längst ungültig war und Gott eigentlich auch keinen Grund mehr hatte, gut zu den Israeliten zu sein.

Infolgedessen kündigt Gott (u.a. in Jer 31:32) einen Bund an, zu dessen Grundeigenschaften es gehört, dass man ihn nicht mehr brechen wird.

Und man wird ihn deshalb nicht mehr brechen,

1. weil der Bund nicht mehr von außen an einen herangetragen wird, sondern eine Entscheidung unseres Herzens ist. Denn das war ja eines der großen Probleme mit dem Gesetz des Mose, dass die Leute, die es betraf, nicht gefragt wurden, ob sie überhaupt in diesen Bund eintreten wollten. Spätestens nach der Hälfte der Wüstenzeit war jeder Israelit, der neu geboren wurde, zwangsläufig unter dem alten Bund und dazu verpflichtet, ihn einzuhalten. Ob er wollte oder nicht.

2. Die Macht des Bösen ist gebrochen. Der Versuchung, Gott durch etwas anderes zu ersetzen oder zu ergänzen, kann wirksam begegnet werden.

3. Man hat ein neues Leben. Im Menschen lebt ein neuer Geist. Der, der früher den Bund immer gebrochen hat, war der alte Mensch.

4. Mein Wille und Gottes Wille sollen gleich werden. Gottes Wille kann aber natürlich Gottes Bund nicht brechen.

5. Wenn man Gott persönlich kennt, wird man ihn immer mehr lieben. (Alles andere wäre seltsam.) Die Israeliten kannten aber in der Regel nur das Gesetz, nicht Gott.

6. In dem Moment, wo man etwas falsch macht (also sündigt), ist es schon vergeben. Wie soll man da den Bund brechen, wenn jeder Bruch schon im Voraus vergeben ist?

Der neue Bund zeichnet sich, um seine Unbrechbarkeit herzustellen, also durch verschiedene Eigenschaften aus, die aber nur zusammen dem neuen Bund die Qualität geben, die ihn so besonders macht:

  • Sündenvergebung
  • Sieg über den Teufel und deshalb "mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden".
  • Die Liebe als einziges wirkliches Gebot. Die Prägung der Beziehung zu Gott und zu den Menschen nicht durch Einhaltung von Regeln, sondern durch Liebe.
  • Schaffung und Ermöglichung des "neuen Menschen". Nur der "neue" Mensch kann den Bund mit Gott einhalten.
  • Gabe des Heiligen Geistes als direktes Kommunikationsmedium zwischen Gott und Menschen.
Zusammengefasst wird man den neuen Bund deshalb nicht mehr brechen, weil alles, was zu diesem Bund und seiner Einhaltung gehört, eine Gabe Gottes ist. Das Einzige, was der Mensch beisteuern muss, ist die Entscheidung, Gott zu lieben. Wenn er diese Entscheidung trifft und durchzieht, dann liefert Gott alles, was nötig ist, um ein gottgefälliges Leben führen zu können.




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