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Danken im Namen Jesu

"Dankbarkeit" ist in Gemeinden ein sehr schwieriges Thema.

Das liegt vor allem daran, dass man übersieht, dass die durchschnittliche Form der Dankbarkeit - "Erkenne, was gut ist in Deinem Leben, und erfreue Dich daran" - mit Gott überhaupt nichts zu tun hat. Es handelt sich um rein weltliche Seelenhygiene, um ein soziales Verhalten zur Erleichterung der eigenen Lebenslast. Dankbar zu sein kann sehr hilfreich sein für die Lebensgestaltung, aber letztlich ist ein rein natürliches, gottloses Verhalten. Hat mit Gott nichts zu tun. Ist reine Weltweisheit.

Anders liegt die Sache, wenn man sich anschaut, was die Bibel tatsächlich zu diesem Thema sagt: Epheser 5:20

"Sagt allezeit für alles dem Gott und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus!"

Das ist jetzt etwas völlig anderes als die Dankbarkeitsforderungen der moralischen Mahner. Denn es gibt zwei entscheidende Unterschiede:

1. Immer für alles.

Hier geht es jetzt nicht um den Dank für das Eichhörnchen auf dem Balkon, den schönen Sonnenuntergang oder das Wiederfinden der Autoschlüssel.

Sondern hier geht darum, Gott zu danken, wenn es rein objektiv und weltlich keinen Grund mehr zum Danken gibt.

Weil man sehr krank ist.

Weil ein furchtbares Ereignis droht.

Weil man entsetzliche Angst hat.

Weil man einen Unfall hatte oder das Haus abgebrannt ist oder die Einbrecher da waren.

Es geht um "immer" und um "alles". Es gibt keine Ausnahmen. Für schöne und angenehme Dinge zu danken kann jeder, das ist gesellschaftliches Allgemeingut. Mit solchen platten Äußerungen zu allgemeinem gesellschaftlichen Verhalten hat Paulus sich in der Regel nicht aufgehalten. Sondern hier geht es darum, für Dinge zu danken, für die der normale Sterbliche niemals danken würde.

Das sieht man an dem zweiten Punkt, der in dieser Aussage wichtig ist:

2. Im Namen Jesu.

Wir werden nicht aufgefordert, in unserem eigenen Namen zu danken. Weil wir uns über etwas freuen. Ist als Aufforderung auch ein wenig unsinnig: Da kämen wir nämlich schon selbst drauf, Gott zu danken für Dinge, über die wir uns freuen.

Sondern wir sollen hier im Namen eines Anderen handeln. Wir sollen also etwas tun, was der Andere tun würde.

Die Frage ist also: Würde Jesus Gott für danken, dass ich diese Krankheit, diesen Unfall oder dieses Unglück habe? Wenn man diese Frage mit "ja" beantworten kann, dann kann man Gott auch für dieses Ereignis danken.

Aber warum sollte man das tun? Und warum würde Jesus so etwas tun?

3. Wegen der Tatsachen.

Wenn das Reich Gottes gekommen ist und ich mich tatsächlich in diesem Reich befinde, dann kann mir nichts zu meinem Nachteil passieren. Dann muss zwangsläufig alles, was mir passiert, zu meinem Segen sein und zu meinem Vorteil.

Das ist so, weil da, wo wirklich „Reich Gottes“ ist, nur Gott herrscht. Nur. Ausschließlich.

Wo „Reich Gottes“ ist, herrscht nicht auch Gott. Und ein bisschen auch der Teufel. Oder das Schicksal. Oder der Zufall.

Wenn es Gottes Herrschaftsgebiet ist, dann ist es nicht Herrschaftsgebiet von irgend jemand anderem. Gott ist nämlich der Stärkste. Der braucht keinen Machtfaktor neben sich zu dulden. Tut er auch nicht.

Wenn ich mich in Gottes Herrschaftsgebiet befinde, dann befinde ich mich ausschließlich im Einflussbereich des Guten. Im Reich Gottes gibt es nur Dinge, die Gott entsprechen. Im Reich Gottes gibt es nur Liebe. Und zwar absolute, totale Liebe. Keine abgeschwächte Form, keine Mischformen.

In Gottes Herrschaftsgebiet gibt es nur gute Dinge und Ereignisse. Das kann nicht anders sein. „Böses“ oder „Neutrales“ kann in der Gegenwart Gottes nicht existieren.

Und noch krasser: Gott ist so gut, dass sein Herrschaftsgebiet vor Güte trieft. Das ist so vollgestopft mit Gutheit, dass es fast platzt. Es herrscht dort ein Gutheitsdruck von mindestens 3 Atü. (Moderne Menschen können das in bar oder Pascal umrechnen.)

Wenn ich mich also tatsächlich im Reich Gottes aufhalte, und mir passiert etwas, dann muss es etwas Gutes sein. Anders ist es nicht möglich. Die Gesetzmäßigkeiten sind so.

Und wenn es nur etwas Gutes sein kann, dann kann man auch dafür danken. Jesus zumindest würde es tun.




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