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Demut

Demut ist eine Eigenschaft Gottes.

Darum war sie auch ein Kennzeichen von Jesus: "Ich bin von Herzen demütig", sagt Jesus von sich in Matthäus 11:28, und in Philipper 2 führt Paulus aus, dass Jesus sich "zu nichts machte" (Vers 7).

Infolgedessen ist es nur logisch, dass Demut auch ein Zeichen der Gläubigen sein soll, da sie ja Jesus ähnlicher werden sollen und das Wesen Gottes widerspiegeln sollen.

Allerdings wurde in der kirchlichen Vergangenheit Demut auf breiter Front mit Kriecherei, sich Schämen und Selbstanklage verwechselt, und man meinte, wenn jemand betonte, wie wenig er sei und wie wenig wert er sei und wie wenig er könne, das sei dann Demut. Solches Verhalten ist aber höchstens peinlich und ein Zeichen mangelnden Selbstwertgefühls, hat aber mit Demut nichts zu tun.

In Wahrheit ist Demut die Voraussetzung für wahre Größe, und Philipper 2 beschreibt das, dass Jesus seine Größe seiner Demut verdankte. Und auch Mose wurde für einen der bedeutendsten Aufträge, die je in der Weltgeschichte vergeben wurden, nur ausgewählt, weil er so demütig war wie sonst niemand (Numeri 12:3).

Voraussetzung für wahre Größe ist Demut deshalb, weil Demut bedeutet, zu wissen, wie groß Gott ist und wie groß man selber ist. "Demut" bezeichnet den Besitz des Wissens, was Gott kann und was man selber kann. Folglich wird der demütige Mensch für die Gestaltung seines Lebens und die Erfüllung seiner Aufgaben klugerweise die Kraft Gottes anzapfen, weil sie weit größer ist als seine eigene, und er wird Gottes Mittel zum Erreichen seiner Ziele anwenden, da er um die Begrenzung seiner eigenen Mittel weiß. Wenn der Mensch aber Gottes Mittel einsetzt und Gottes Kraft anzapft, wird er natürlich Dinge vollbringen, die einer anderen Liga angehören als die Leistungen der "Normalsterblichen".

Zudem wird der demütige Mensch gar nicht erst versuchen, seine eigenen selbstsüchtigen Ziele durchzusetzen, weil er um die Begrenztheit seiner Einsichten weiß und eine Ahnung davon hat, dass Gott über die Vorgänge in dieser Welt und über die zukünftigen Ereignisse einen weit besseren Überblick hat als man selber. Demütige Menschen werden also versuchen, die Ziele Gottes umzusetzen, und da die Ziele Gottes ungleich größer sind, als menschliche Ziele es jemals sein können, wird das Ergebnis dieser Bemühungen eben auch entsprechend groß sein.

Demut als Eigenschaft Gottes

Wäre Demut nicht eine Eigenschaft Gottes, wäre Jesus so gekommen, wie ihn die Pharisäer auch gerne gesehen hätten: Mächtig und stark, jeden Widerstand niederwalzend, unglaublich groß, rücksichtslos in seiner Durchsetzungskraft und unübersehbar in seiner Herrlichkeit.

Damit hätte Gott aber genau die Dinge gebilligt, denen wir Menschen hinterher jagen und die die Erde zu so einem unangenehmen Aufenthaltsort machen. Wäre Jesus so gekommen, wäre er eher ein schlechter Mensch denn ein guter Gott gewesen.

Die Demut Gottes erkennt man auch daran, dass er uns die Wahl lässt, ihn zu wählen oder ihn abzuwählen. Und man erkennt sie auch daran, dass er unsere Entscheidung ernst nimmt. Was man spätestens am letzten Tag der Weltgeschichte sehen wird.

Sprüche 15,33
33 Die Furcht des HERRN ist Zucht zur Weisheit, und der Ehre geht Demut voran.



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