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Gemeindezucht

„Gemeindezucht“ ist der Fachbegriff dafür, dass eine Gemeinde Mitglieder entweder wegen ihres Lebensstils oder wegen der Dinge, die sie über Gott behaupten, zur Rechenschaft zieht oder ihnen im Extremfall die Mitgliedschaft entzieht.

Der Vorgang der Gemeindezucht ist so alt wie die Gemeinde selbst, wobei in den ersten Jahren, als das Volk Israel in der Wüste die Warteschleife drehte, Gott gelegentlich selber dafür sorgte, dass gewisse Personen aus der Mitte der Gemeinde entfernt wurden.

Als Beispiele, wo Gott selber die nötigen Maßnahmen ergriff, kann man das „fremde Feuer“ nennen, das Nadab und Abihu auf dem Altar brennen lassen wollten (Lev 10,1), oder den Aufstand der Gruppe um Korach (Num 16,1). Auch die Schlangenplage von Num 21 stellt eine Art Gemeindezucht durch Gott dar.

Und der Stamm Levi erhielt nur deshalb das Priveleg, als einziger die hauptamtlichen Mitarbeiter am Tempel stellen zu dürfen, weil er als einziger Stamm bereit war, die "Gemeindezucht" nach der Angelegenheit mit dem goldenen Kalb durchzuführen. Und den Nachkommen von Pinhas fiel als einzigen das Priestertum zu, weil Pinhas einen der Hauptvertreter weltoffener Liberalisierungstendenzen aus Israel entfernt hatte (Num 25).

In 3.Mose 20,4 gibt es die Anweisung, die zu töten, die ihr Kind dem Moloch opfern, und falls die Gemeinde wegguckt und so tut, als habe sie nichts gesehen, würde Gott sich selber um die Sache kümmern.

Der Hauptgrund für die Notwendigkeit der "Gemeindezucht" ist die Reinheit und Heiligkeit der Gemeinde. Das gilt im Neuen Testament noch mehr als im Alten, denn im Neuen Testament ist die Gemeinde der neue Körper von Jesus. Da kann es natürlich nicht sein, dass ein Teil dieses Körpers Dinge tut oder lehrt, die mit den Vorstellungen des Eigentümers des Körpers gar nicht übereinstimmen.

Eine Gemeinde wird immer gut beraten sein, die Sache mit der Gemeindezucht tatsächlich ernst zu nehmen. Denn wenn eine Gemeinde in ihrer Mitte Tendenzen duldet, die mit Gottes Willen und Meinung nicht übereinstimmen, dann wird sich Gott von dieser Gemeinde abwenden, und die Gemeinde wird massiv an Kraft und Autorität verlieren. Das hat damit zu tun, dass die Gemeinde sich über die Anwesenheit Gottes in ihrer Mitte definiert. Die Gemeinde kann nur leben und wirken, wenn Gott in ihr lebt. Wenn in der Gemeinde aber jemand sitzt, neben dem Gott nicht sitzen will, dann verliert die Gemeinde ihr Existenzrecht.




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