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Glaube

Auf den ersten Blick könnte man meinen, "Glaube" sei so etwas simples, dass es sich gar nicht lohnt, einen Artikel darüber zu schreiben. Aber in Wirklichkeit ist Glaube ein hoch-komplexer Vorgang.

Der Glaube an Gott zeichnet sich zuerst dadurch aus, dass er keinerlei Zweifel an Gottes Wesen und Absichten hat. Auch das kleinste bisschen Misstrauen, dass Gott es vielleicht doch nicht gut mit einem meine, ruiniert den Glauben und raubt ihm jede Kraft. Zweifel schwächen den Glauben nicht etwa, sondern zerstören ihn grundlegend.

Andererseits dürfte die felsenfeste Überzeugung, dass Gott Liebe in einem unvorstellbaren Ausmaß ist, die größte Kraftquelle sein, die diese Welt zu bieten hat.

So basiert der Glaube zum einen auf der Wirklichkeit, nämlich auf der Tatsache, dass Gott gut ist - und zwar noch viel gütiger und besser, als wir uns das überhaupt vorstellen können. Allerdings ist die Überzeugung, dass das wahr ist, noch kein Glaube.

Denn der Glaube basiert zweitens auf meiner Reaktion auf diese Wirklichkeit. Wie verhalte ich mich aufgrund der Tatsache, dass Gott unbeschreiblich und unermesslich gut ist?

Andererseits kann der Glaube aber auch die vorhandene Wirklichkeit ignorieren und auf einer "eingebildeten" Wirklichkeit beruhen. Dabei ist der Glaube selbst das Instrument, das die neue Wirklichkeit erschafft. Beispiele:

  • Obwohl es keine Aussagen von Jesus darüber gab, dass das Berühren seiner Klei-dung irgendetwas bewirkt, glaube eine Frau, dass die Berührung seiner Kleidung sie heilen würde. Und folglich wurde sie geheilt.
  • Petrus konnte nicht auf dem Wasser gehen aus dem alleinigen Grund, weil Jesus es ihm befohlen hatte, sondern nur so lange, wie er sicher war, dass es ging. Die Möglichkeit, auf dem Wasser zu gehen, wurde also von der Haltung des Petrus erschaffen, nicht von Gott oder Jesus.
Dieses Prinzip, dass nur das wahr wird, von dem man auch glaubt, dass es wahr werden kann, ist ein weltweites Prinzip und ist von Gott bei der Konstruktion des Menschen in diesen eingebaut worden. Viele erfolgreiche Sportler, Künstler, Unternehmer oder Wissenschaftler verdanken ihre Leistungen letztlich ihrem Glauben.

Wenn aber der Glaube, der ohne Gott abläuft, schon solche Ergebnisse zu bringen in der Lage ist, dann müsste der Glaube, hinter dem Gott steht, natürlich noch viel größere Resultate erzielen.

Was Glaube nicht ist

Der Glaube ist keineswegs ein simples Für-wahr-halten von irgendwelchen Fakten. Der Glaube an Gott hat nichts zu tun mit dem Glauben an das gute Wetter, das die Farbe des Himmels verspricht. Hier wird zwar das gleiche Wort benutzt ("Ich glaube, morgen wird es regnen"), aber es handelt sich um völlig andere Zusammenhänge. Denn der Glaube an den Regen berechnet gewisse Wahrscheinlichkeiten, kann selber aber das Wetter nicht ändern. Und Unrecht haben kann er auch.

Der Glaube an Gottes grenzenlose Liebe hat aber nie Unrecht, und er handelt auch nicht mit Wahrscheinlichkeiten, sondern verändert das Leben durch Zuversicht.




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