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Gottesdienst

Das, was wir heute im allgemeinen Sprachgebrauch unter „Gottesdienst“ verstehen, nämlich das Treffen der Gemeinde zum Singen, Beten, Austauschen und Hören auf Gott, heißt in der Bibel gar nicht „Gottesdienst“, sondern ganz simpel „Versammlung“ - sowohl im Alten Testament für die Tempel-“Gottesdienste“ also auch im Neuen Testament für die Meetings der Gemeinden.

Wenn die Bibel das Wort „Gottesdienst“ benutzt, meint sie wortgetreu den Dienst für Gott. Der besteht aber nicht im Zusammensitzen, sondern in tätiger Nächstenliebe. Da sich das Wort „Gottesdienst“ in Deutschland aber für die Treffen der Gemeinde eingebürgert hat, benutzen wir es ebenfalls in diesem Sinn, um die Kommunikation nicht durch haarspalterische Rechthabereien zu erschweren.

Für diese Treffen der Gemeinde gibt es in der Bibel an und für sich keine Vorschriften oder Anweisungen. Zwar gibt es sehr strenge Christen, die den Beweis zu führen suchen, dass es in der Bibel Gottesdienste nur „am ersten Tag der Woche“ gab – das wäre nach unserer heutigen Rechnung Sonntags – und dass es in jedem sonntäglichen Gottesdienst zwangsläufig das Abendmahl geben müsse. Diese Forderungen werden aber nur von einer verschwindend geringen Minderheit unter den Christen gestellt.

Folglich kann eine Gemeinde ihre Gottesdienst eigentlich gestalten wie sie will. Viel Singen oder wenig Singen, viele Wortbeiträge oder wenige, Abendmahl wöchentlich oder in einem anderen Rhythmus, Propheten oder keine, usw..

Die Anweisungen, die das Neue Testament für Gottesdienste kennt, sind eher atmosphärischer Art: Es soll keinerlei Machtkämpfe innerhalb der Gemeinde geben, weder unter den Propheten noch zwischen Männern und Frauen, und die Reichen sollen keinesfalls gegenüber den Armen bevorzugt werden, weder was das Essen noch was die Sitzplätze angeht. Und das Hauptmerkmal des Gottesdienstes sind nicht geistliche Höhenflüge oder das Durchsetzen der eigenen Meinung, sondern Friede und Zuvorkommenheit. Der Gottesdienst soll dadurch geprägt sein, dass die anderen Anwesenden einen Vorteil haben, nicht ich selber.

Letztlich einer der Hauptgründe für die Meetings der Gemeinde ist die Tatsache, dass Gott da, wo mehrere Leute in seinem Namen (!) versammelt sind, in ganz besonderer Weise anwesend sein will. Man kann Gott prinzipiell überall und jederzeit begegnen, aber nie in einer solchen Qualität und Dichte wie da, wo Gemeindeglieder sich häufen.




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