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Macht

"Macht" ist ein zentrales Thema in jeder Gesellschaft zu allen Zeiten unter allen Umständen. "Macht" ist einer der Bereiche, die unser Leben am meisten prägen und beeinflussen.

Jedes Verkehrsschild ist dazu da, um die Machtfrage auf der Straße zu regulieren, und in jedem Streit geht es um Macht. Selbst wenn ein einzelner Mensch ganz alleine irgendwo lebt, ist er trotzdem ständig mit der Machtfrage konfrontiert, denn nicht nur andere Menschen treten mit uns in einen Machtkampf, sondern auch unser Wille oder unsere Ansprüche an uns selbst, die Ameisen, das Wetter und die Viren.

Macht bei Gott

Eigentlich ist "Macht" eine gute Eigenschaft, denn es ist eine zentrale Eigenschaft Gottes. Neben der Liebe ist die Macht das, was Gott am meisten auszeichnet.

Allerdings ist die Macht wie der Rest der Welt unter den Einfluss des Teufels geraten, so dass Macht jetzt nicht mehr automatisch zu etwas Gutem führt, sondern in aller Regel zu etwas Schlechtem.

Das sieht man daran, dass wenn heutzutage Macht ausgeübt wird, in aller Regel ein Verlierer zurückbleibt. Oft hat man am Ende sogar zwei Verlierer, nämlich sowohl den, der eigentlich die Macht ausgeübt hat, als auch den, an dem sie ausgeübt wurde. Als Beispiel diene der Einsatz der westlichen Streitkräfte im Irak und in Afghanistan, der ja für alle ursprünglich an diesem Machtkampf Beteiligten in einem Desaster geendet hat.

Die Macht der Christen

Da Gott mächtig ist und Macht zur Verfügung hat, werden natürlich auch die Gläubigen, die ja Gott immer ähnlicher werden soll, Macht haben und sie ausüben können. Es darf aber selbstverständlich nicht ihre eigene Macht sein - die ja vom Teufel ruiniert worden ist - sondern es muss Gottes Macht sein.

Jesus hat schon die Aufforderung, in alle Welt zu gehen, mit "Macht" begründet: Matthäus 28:18+19

18 Und Jesus trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.
19 Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes ...

Dass Jesus alle Macht besitzt, bedeutet, dass auch die Christen letztlich über grenzenlose Macht verfügen können. Allerdings eben nur über göttliche Macht, nicht über teuflische.

Zwar können Christen natürlich auch teuflische Macht benutzen - Brutalität in Worten, Absichten, Zielen und Taten - können dann aber nicht auf Gottes Unterstützung hoffen und fallen dann wieder in das Regelsystem der weltlichen Macht, das letztlich keine Sieger außer dem Teufel duldet.

Das Ausüben weltlicher Macht kann also kurzfristig zu befriedigeren Ergebnissen führen als das Benutzen der göttlichen Macht, langfristig begibt man sich aber in den Kreislauf des Bösen, aus dem niemand von alleine als Sieger wieder rauskommt.

Ausübung der göttlichen Macht

Die göttliche Macht kann nur auf dem Wege der Unterordnung ausgeübt werden. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.

Die Unterordnung geschieht unter Gott oder unter Menschen oder (meistens) unter beide. Herrschaft ist im Reich Gottes immer Dienst, und Gott wird niemanden mit seiner Macht ausstatten, der meint, sie von oben herab benutzen zu können.

Damit ist die göttliche Macht gleichzeitig immer dem Maßstab der Liebe ausgeliefert. Die Christen haben nur dann tatsächlich Macht, wenn die Ausübung aus dem Motiv der Liebe kommt und in das Ziel der Liebe mündet.

Methodik

Es gibt einige Methoden zur Machtausübung, die über das durchschnittliche Dienen hinausgehen. Diese sind z.B.

  • Ausüben von Vollmacht (dazu muss man aber eine haben!)
  • Glauben (großem Glauben ist nämlich nichts unmöglich)
  • Benutzung des Schlüssels zum Himmelreich; Lösen und Binden
  • Benutzung der übernatürlichen Geistesgaben
  • Beten (gegen gläubiges Gebet hat der Teufel kein Mittel)

Ergebnisse der Machtausübung

Einige Ergebnisse der Machtausübung können gleichzeitig als Methoden der Machtausübung bezeichnet werden.

So ist z.B. die Freiheit ein Ergebnis, sie ist aber auch gleichzeitig eine Methode, die man anwenden kann, um dem Bösen zu widerstehen.

Die Folge davon ist, dass Machtausübung zu mehr Macht führt und damit zu mehr Möglichkeiten der Machtausübung. "Wer hat, dem wird gegeben" stimmt also auch in diesem Fall.

Weitere Ergebnisse der Machtausübung sind natürlich "Siegen" und "Überwinden", was übrigens beides das Gleiche ist. Darum ist das Neue Testament voll von diesen Begriffen wie auch von allen Begriffen, die sich um Herrschaft und herrschen drehen.

Wobei immer klar werden muss, dass letztlich nicht wir diejenigen sind, die hier siegen oder herrschen, sondern Gott ist es. Wir können nur den Sieg, den Jesus am Kreuz erworben hat, für uns in Anspruch nehmen.




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